Rückmelder Flackern

Fehlersuche - Blinkende Rückmelder

Blinkende oder flackernde Rückmelder sind ein Problem welches häufig auftreten und im Traincontroller den Betrieb massiv stören kann. Bei meinen Recherchen nach der Ursache bin ich im Internet auf einige Leidensgenossen gestossen. Zur Problemlösung werden verschiedenste Wege eingeschlagen. Sogar über die verwendeten Netzwerkkabel, die die einzelnen Rückmelder verbinden wird philosophiert.

Ich hatte dieses Problem auch. Wobei das Problem in zwei unterschiedlichen Arten auftreten kann. Beim ersten Problem blinkt meist nur derselbe Block und beim zweiten Problem sind es ganze Gruppen gleichzeitig und völlig unkontrolliert.

Das erste Problem lässt sich relativ einfach finden, in dem man die Gleise überprüft ob die meldenden Blöcke sauber getrennt sind. Das Problem kann auch eliminiert werden, in dem man an einer Stelle vor oder im betroffenen Block zusätzlichen Strom und Masse zuführt.

Beim zweiten Problem wird die Lösung schon wesentlich umfangreicher. Bei mir hat es viele Morgen über einige Wochen gedauert und ein paar hundert Franken gekostet. Den wesentlichen Input zur Lösung meines Problems fand ich im Märklin-Tipp 322 auf Seite 3.

Zitat:

Gemeinsames Bezugspotenzial
Außer dem Rückmeldemodul 60882 schalten alle anderen Bausteine gegen die gemeinsame Masse. Hierunter versteht man ein Bezugspotenzial, dass sich für alle Anwendungen auf dem gleichen Niveau befindet. Sollte es hier Differenzen z.B. zwischen der Potenzialebene des Rückleiters des Anlagenanschlusses und der Potenzialebene der Rückmeldemodule geben, sind Störimpulse, die dann missinterpretiert werden können, nicht ausgeschlossen.
Umgehen kann man dies durch Einrichten eines gemeinsamen Massepunktes auf der Anlage. Sorgen Sie dafür, dass die Anlagenmasse (braunes Kabel 0) aller Versorgungsgeräte genauso an diesem Punkt angeschlossen ist wie auch von jedem s88-Rückmeldesystem mindestens eine Massebuchse mit diesem zentralen Massepunkt verbunden sein sollte. Sind mehrere Rückmeldemodule seriell an so einem Rückmeldesystem angeschlossen, genügt es diese Verbindung nur zu dem ersten Rückmeldemodul herzustellen. Unter so einem Rückmeldesystem versteht man den Anschluss
von Rückmeldemodulen an eine CS 2 oder an eine CS 3 plus oder ein L88 mit allen dort angeschlossenen Rückmeldemodulen s88.

Stromversorgung der einzelnen Abschnitte

Auf diesen Märklin-Tipp hin habe ich meine ganze Anlage in 9 einzelne komplett getrennte Abschnitte unterteilt. Komplett getrennt heisst, dass ich Mittelleiter und Masse der Gleise getrennt habe (Siehe Bild).

Als Beispiel ist neu jeder Schattenbahnhof pro Etage getrennt und auch der Wendel der die Schattenbahnhöfe miteinander verbindet ist ein einzelner Abschnitt. Wo die Abschnitte getrennt werden hängt natürlich vom Gleisplan und der Grösse der Anlage ab. Meiner Meinung nach würde ich Abschnitte ab einer Gleislänge von 20 bis max. 100m voneinander trennen.

Jeden Abschnitt versorge ich mit einem einzigen Stromkabel direkt ab der Zentrale. Im Bereich der betreffenden Abschnitte teile ich die Zuleitung mittels Verteilerplatten auf und schliesse den Strom an mehrere verschiedenen und gut verteilten Orte an die Gleise.

An den ersten Verteiler bei der Zuleitung schliesse ich ein kleines LED an. Diese hilft mir Fehler zu finden und den Abschnitt zu überprüfen.

Neue Rückmelder

Anfangs hatte ich nur einen Märklin 60883 Link direkt an meiner CS2 angeschlossen. An den drei Bus-Anschlüssen hatte ich dann mehrere Rückmelder. Das Problem war dann, dass ich als Beispiel am Bus 1, am Rückmelder 1, Gleis von einen Schattenbahnhof angeschlossen hatte und am Rückmelder 2, Gleis von ganz woanders. Im schlechtesten Falle kam die Gleismasse nochmals von ganz woanders. Also alles ganz wild verteilt.

In einem Märklin-Tipp hatte ich gelesen, dass man über ein Märklin 60145 Terminal zusätzliche Märklin Link anschliessen kann.

Neu habe ich am Märklin Terminal 3 Märklin Link mit je 3 Bus-Anschlüssen angeschlossen. An diesen 3 x 3 Bus-Anschlüsse kann ich alle Rückmelder meiner neun Abschnitte anschliessen.

Die Rückmelder verbaue ich in der Nähe der jeweiligen Abschnitte. Wichtig ist eine Masse vom Verteiler der Zuleitung, zu einem Rückmelder anzuschliessen. Natürlich immer alles innerhalb des gleichen, getrennten Abschnittes!

Welche Qualität an Netzwerkkabel zur Verbindung der Rückmelder verwendet werden, spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Ich habe vom billigen Cat. 5 bis zum teuren Cat. 7 alles getestet und keine Unterschiede festgestellt. Ich habe aber bei der neuen Verkabelung ein wenig darauf geachtet, dass die Netzwerkkabel nicht direkt an den Stromleitungen entlanglaufen. Aber ich glaube auch hier ist ein negativer Einfluss kaum feststellbar.

Fehlersuche

Trotz sorgfältiger Arbeit kann immer mal etwas übersehen werden und dann flackern die Rückmelder immer noch. Ich beschreibe hier Möglichkeiten um fehlerhafte (flackernde) Rückmelder zu finden.

Hier hilft die LED welche ich am ersten Verteiler der Zuleitung angebracht habe. Wenn ich Pluspol abtrenne darf die LED nicht brennen. Wichtig! Wenn ich die Masse der Zuleitung ausstecke, muss auch die Zuleitung (Netzwerkkabel) vom ersten Rückmelder getrennt werden. Sonst geht die Masse über diese zurück und die LED leuchtet trotzdem.

Wenn die LED immer noch leuchtet, könnte dies folgende Ursachen haben:

- Die Trennung zwischen zwei kompletten Abschnitten ist nicht sauber. Meistens liegt das Problem an der Masse. Diese ist wohl mit den roten Märklin Mittelleiter Isolierungen getrennt, jedoch kommt es manchmal vor, dass das Gleis etwas zu lange ist und dadurch überschlägt. Hier helfe ich mit einem kleinen Fräser nach und kürze das Gleis im ein paar zehntel Millimeter. Zum Testen einfach die Gleise an der Stelle eines Abschnittes zum anderen auseinanderziehen.
- Es kann sein, dass eine Stromzuleitung (Strom und Masse) von einem anderen Abschnitt oder einem Verteiler kommt. Der Strom darf wirklich nur von der einen Zuleitung herkommen! Mir ist einmal passiert, dass ich zum testen eine Masse von einem Abschnitt an den Rückmelder eines anderen Abschnittes angeschlossen hatte und schon zeigte sich dies in Flackern.

Anfangs habe ich geschrieben, dass die Zuleitung innerhalb der Abschnitte gut verteilt sein müssen. Wie ich oben schon erwähnt habe, kann es sinnvoll sein, weitere Zuleitungen an «stromschwachen» stellen anzubringen.

Ich hoffe nun, dass ich mit meiner «kleinen» Abhandlung Licht ins flackernde Elend bringen konnte und wünsche viel Spass!

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